Diversität

Menschen mit unterschiedlichen Eigenschaften und unterschiedlichen Bedürfnissen sind bei uns willkommen. Wir bieten Schulungen und Handreichungen für eine diversitätsbewusste Jugendverbandsarbeit.

Keine*r ist fehlerfrei

In unserer Kampagne erzählten Menschen über ihre eigenen Erfahrungen mit Diskriminierung, Vorurteilen und Ausgrenzung. Allerdings nicht aus der Betroffenen-Perspektive. Stattdessen erzählten sie, wie sie selbst diskriminiert haben, vorurteilsvoll gehandelt oder gedacht haben. Dabei bleiben sie nicht anonym, sondern zeigen ihr Gesicht.

Vieth Ngyuen/Naturfreundejugend Deutschlands
Viet Nyguen/Naturfreundejugend Deutschlands

Worum geht es bei der Kampagne?

Sina: Um Empathie und Selbstreflektion. Wir wollten zeigen, dass es möglich ist auf eigenes Denken und Handeln zurückzublicken und zu sagen „Mit dem was ich heute weiß, mit den Erfahrungen die ich gemacht habe, gucke ich anders auf die Dinge. Heute würde ich nicht mehr so handeln.“

Also geht es auch ums Wiedergutmachen? Um Reue?

Sina: Nein, kein bisschen. Das ist keine Ablasskampagne.

Also benutzt ihr die Betroffenen nur um zu zeigen wie toll man sich als Mensch auf Kosten von anderen weiterentwickeln kann?

Lyonel: Nun ja, könnte man so sehen.... Es geht darum reale Beispiele zu nennen und zu zeigen, dass eine Reflexion darüber sowohl möglich als auch nötig ist.

Sina: Wir sind schlussendlich schon zu der Überzeugung gekommen, dass diese Betrachtungsweise etwas verkürzt ist. Niemand von den Mitmachenden hat die Situationen absichtsvoll hergestellt um daraus etwas zu lernen. Im Grunde sind viele der Geschichten auch austauschbar, weil sie so andauernd und überall passieren. Leider.

Was ist das Ziel der Kampagne?

Sina: Wir wollten zeigen, dass wir alle Teil der Gesellschaft sind. Dadurch sind wir auch alle Teil von Unterdrückungs- und Machtsystemen. Ob es uns gefällt oder nicht. Es geht also nicht um die Anderen, die Nazis oder AFD-Wähler*innen.

Lyonel : Ja, genau. Es geht um uns, wenn wir über Vorurteile, Diskriminierung und Stereotype sprechen.

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In unserer Kampagne Gesicht zeigen erzählen junge Menschen über ihre eigenen Erfahrungen mit Diskriminierung und Vorurteilen. Allerdings nicht aus der betroffenen Perspektive. Stattdessen erzählen sie, wie sie selbst diskriminiert, vorurteilsvoll gehandelt oder gedacht haben.

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