Unser politisches Grundsatzpapier

Zukunft wird von uns gemacht

ZUKUNFT.
Wir leben in einer Zeit der Krisen. Die Pandemie ist nicht vorbei. Es ist wieder Krieg in Europa.
Er war weltweit nie weg. Die atomare Bedrohung bleibt. Die Umwelt- und Klimakrisen wachsen
rasant. Die soziale Frage ist nicht beantwortet. Unsere Demokratie ist in Gefahr. Das Bundesver-
fassungsgericht sagt: Die Freiheitsrechte von uns jungen Menschen sind in Gefahr. Wir haben
nicht für alles Lösungen. Aber wir analysieren die Probleme. Wir streiten für das gute
Leben für alle. Eine bessere Welt ist möglich. Für sie erheben wir unsere Stimmen und „bilden
Banden“. Und sagen: Zukunft wird von uns gemacht. Hier sagen wir wie.
Dies ist das jugendpolitische Grundsatzpapier der Naturfreundejugend Deutschlands.

WIRTSCHAFT.
Die Bundesrepublik Deutschland lebt von ihrer Substanz. Schulen, Schwimmbäder, Schienen,
Geh- und Radwege bröckeln an vielen Orten vor sich hin. Durch mangelnden politischen Willen
und fehlendes Können, steigt der Investitionsstau unserer Daseinsvorsorge jedes Jahr weiter an.
Während einige wenige Kommunen auf satte steuerliche Einnahmen bauen können, sind viele
Städte und Gemeinden von hohen Schulden, nicht kompensierten Ausgaben durch Bundesgeset-
ze und zu geringen Finanzmitteln betroffen. In der Logik zahlreicher Förderprogramme von Bund
und Ländern ist das Ergebnis, dass aufgrund des zu leistenden Eigenanteils nur noch finanzstar-
ke Kommunen diese Fördermittel abrufen können und dringend gebrauchte Investitionen aus-
bleiben. Dazu trägt auch eine über Jahrzehnte verfehlte Politik der regionalen Entwicklung bei,
welche öffentliche Daseinsvorsorge und wirtschaftliche Entwicklung vor allem auf übergeordne-
te Zentren konzentriert hat. Stark steigende Mieten und Wohnungspreise in jenen Ballungsräu-
men sind Folgen davon. Dies gefährdet massiv die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse
in unserer Republik.

Unser Wirtschaftssystem ist nicht nachhaltig. Zu viele natürliche Rohstoffe werden verbraucht,
anstatt sie zu gebrauchen und dem Ressourcenkreislauf zurückzuführen. Folgen sind eine immer
weiter ausufernde Ausbeutung der natürlichen Ressourcen, Umweltzerstörung und letztlich die
Klimakrise. Die Kosten dafür werden vom globalen Norden externalisiert und vor allem von
Menschen im globalen Süden getragen. Doch nicht nur die Natur wird ausgebeutet, auch die
Menschen werden durch die Lohnabhängigkeit ausgenutzt: Lohndumping, Gender-Pay-Gap und
die Betonung einer Leistungsgesellschaft sind Ausdruck hiervon.

Die Ursache all dessen liegt im kapitalistisch organisierten Wirtschaftssystem und seiner Not-
wendigkeit zu grenzenlosem Wachstum. Einen besonderen Schub erhielt dieses mit dem Auf-
kommen eines neoliberalen Weltbildes in den 1990er Jahren und einer zunehmenden kapita-
listischen Landnahme. Immer mehr Bereiche unserer Gesellschaft wurden kommodifiziert und
konnten damit einer privatkapitalistischen Verwertungslogik zugeführt werden. Die Bereiche
Bildung, Gesundheit, Altersvorsorge, Mobilität und Arbeit, um nur einige zu nennen, sind seither
geprägt von Gewinnmaximierung und Profitzwang. Das stetige Mantra der schwarzen Null, die
2009 beschlossene sogenannte Schuldenbremse und permanentes Dauerfeuer von steuer- und
staatsausgabenfeindlichen Lobbyorganisationen bilden den ideologischen Nährboden für dieses
anachronistische und reaktionäre Handeln. Verhindert werden so wichtige und notwendige In-
vestitionen in die Zukunft unserer Republik. Denn alles, was wir tatsächlich tun können, können
wir uns auch leisten.

Unsere Forderungen

 


Digital Story Telling for a Global Partnership and a Sustainable Future

Available online only - This handbook summarizes the experiences of young naturefriends from Senegal, Benin and Germany gathered in a joint project over the course of one and a half years.

Available online only - This handbook presents results that have emerged from the practice of working together, discussing and getting to know each other. It is aimed in particular at (future) group leaders of international encounters (of naturefriends) that take place in a South-(South-)North context.

Autoren: Nikolas Schall, Martial Kouderin, Mamadou Mbodji, Camille Hamon

Herausgeber: Naturfreundejugend Deutschlands

Format: DIN A5

Seiten: 30