Kindergipfel 2012 in Nürnberg

Unter dem Motto „Einer für alle, alle gegen einen: Tatort DisKRIMInierung“ fand vom 07. bis 10. Juni der Kindergipfel 2012 in Nürnberg statt. 12- bis 15-Jährige aus ganz Deutschland diskutierten vier Tage lang über Ausgrenzung und Diskriminierung.

Ein Kinderrat, dem 14 Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland angehören, bereitete auf mehreren Treffen die Veranstaltung vor. Dieser plante den Kindergipfel nach seinen Vorstellungen, legte die Workshopthemen fest und entschied, welche Politiker*innen eingeladen werden sollten. In Nürnberg übernahm der Kinderrat die Pressearbeit und organisierte ein eigenes Kinderpressezentrum, das unter anderem eine tägliche Kindergipfel-Zeitung herausgab.

Die Stadträtin Gabriele Penzkofer-Röhrl begrüßte auf der Eröffnungsveranstaltung in Vertretung für den Oberbürgermeister und Schirmherren Dr. Ulrich Maly alle Teilnehmer*innen im Schönen Saal des Nürnberger Rathauses. Sie lobte das Engagement der jungen Menschen und hob in besonderem Maße den Stellenwert der Kinder- und Menschenrechte innerhalb eines demokratischen Wertesystems hervor. Die Bundesleiterin der Naturfreundejugend Deutschlands Nina Bartz unterstützte diese Position, gab aber zu bedenken, dass „wirkliche Veränderungen, die eine direkte Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an politischen Entscheidungen fördern würden – zum Beispiel die Senkung des Wahlalters – immer noch gemieden werden“. Sie ermutigte die Teilnehmer*innen daher, den Kindergipfel 2012 zu nutzen, um ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.

Zweieinhalb Tage lang tauschten sich die Kinder und Jugendlichen in sechs Workshops aus. Die Themenpalette reichte von Diskriminierung in sozialen Netzwerken über Rechtsextremismus bis hin zu Diskriminierung von Flüchtlingen. Während einer Arbeitsphase kamen Expert*innen in die Workshops, um einen Input zu geben und Fragen zu beantworten. Am Ende verständigte sich jeder Workshop auf drei Forderungen und Selbstverpflichtungen, die in den Zukunftsvertrag einflossen.

Alle Workshops präsentierten ihre Ergebnisse auf einem Markt der Möglichkeiten im Nürnberger Kolpinghaus. Dort machten sich die Teilnehmer*innen mit allen entwickelten Forderungen und Selbstverpflichtungen vertraut, bevor sie den Zukunftsvertrag unterzeichneten. Am Samstagnachmittag kamen die bayrischen Landtagsabgeordneten Christine Stahl (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Jörg Rohde (FDP), Hermann Imhof (CSU), Angelika Weikert (SPD) sowie Emanuel Kotzian und Christina Grandrath (PIRATEN) und die UN-Jugenddelegierten Sabrina Reindl und Patrick Rohde ins Kolpinghaus, um mit den Teilnehmer*innen zu diskutieren.

Höhepunkt des Kindergipfels war eine Podiumsdiskussion mit Politiker*innen im Künstlerhaus K4 am Sonntagvormittag. Als Gäste kamen die Bundestagsabgeordneten Marlene Mortler (CSU), Harald Weinberg (DIE LINKEN), Marlene Rupprecht (SPD) und Marina Schuster (FDP). Jeder Workshop stellte eine zentrale Forderung vor, die anschließend teilweise kontrovers diskutiert wurde. Am Ende der Veranstaltung überreichten die Teilnehmer*innen den Zukunftsvertrag an die Abgeordneten.

Von der Veranstaltung ging auch ein Impuls dafür aus, die Partizipation Jugendlicher an der Diskussion wichtiger Zukunftsthemen zu stärken. Während in der aktuellen Politik und in den Medien Rechtsextremismus, Rassismus und die Situation von Menschen mit Migrationshintergrund nur dann thematisiert wird, wenn aktuelle Geschehnisse kein Wegsehen mehr zulassen, machten die Teilnehmer*innen des Kindergipfels deutlich: Der Kampf gegen Diskriminierung und Ausgrenzung ist keine Eintagsfliege, sondern muss ins alltägliche Denken und Handeln mit einbezogen werden, wenn soziale Gerechtigkeit Wirklichkeit werden soll.

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