Jugendvertretung auf UN-Konferenzen

Foto von Adina Arth

Ende 2018 war sehr spannend für mich: Ich hatte die Möglichkeit an zwei der größten UN-Veranstaltungen zum Umweltschutz teilzunehmen. Der COP (Conference of Parties) zum Biodiversitätsabkommen (CBD – Convention on Biological Diversity) und der COP zum Klimaabkommen.

Beide Abkommen entwickelten sich aus dem Erdgipfel von Rio 1992. Seitdem werden sie auf den COPs, an denen Vertreter aller Vertragsstaaten sowie weitere Akteure beispielsweise der EU, von NGOs und Unternehmen dabei sind, weiter ausgearbeitet und in Beschlüssen umgesetzt. Die Klima COP findet jährlich, die CBD COP alle zwei Jahre statt. Die CBD COP fand im November in Ägypten, die Klima COP im Dezember in Polen statt.

Bei der CBD-Cop war ich eine von sechs Jugenddelegierten, die Deutschland zu der Konferenz schickt und die Mitspracherecht haben. Als Teil des Global Youth Biodiversity Network vertraten wir mit weiteren jungen Menschen aus aller Welt die Meinung der Jugend. Eine beeindruckende Aufgabe. Zur Klima COP fuhr ich als Teil einer Delegation der International Young Naturefriends (IYNF), also offiziell als Naturfreundin. Hier hatten wir als Jugend leider nur einen Beobachterstatus.

Im Fokus unserer Tätigkeiten, vor allem während er Biodiversitäts- Cop, stand das policy tracking, also das Verfolgen der Verhandlungen und das Notieren wichtiger Beiträge und Beschlüsse für die Öffentlichkeit. Dazu natürlich das Vernetzen mit anderen Akteur*innen und Standbetreuung. Es war super spannend, den Verhandlungen zu folgen und so viele engagierte Menschen und Experten*innen kennenzulernen. Vor allem den Umgang der Vertragsstaatenvertreter*innen und der Verhandlungsführer*innen während den Verhandlungen fand ich beeindruckend „menschlich“. Es mussten teilweise Verhandlungsteile wiederholt werden, weil ein Staat nicht aufgepasst hatte, Mikrofone wurden geteilt, wenn die Technik mal nicht ging und es wurden gemeinsam Scherze gemacht …und das auch dann noch, wenn die Verhandlungen bis früh morgens gingen. Denn einige Beschlüsse werden erst gemacht, wenn alle Staaten zustimmen bzw. niemand mehr dagegen stimmt. Dies bedeutet jedoch auch, dass einzelne Staaten ganze Verhandlungsthemen aufhalten können oder dafür sorgen, dass die Beschlüsse sehr vage bleiben.

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Foto von Adina Arth

Aus beiden COPs ging ich mit einem starken Gefühl. Ich finde, dass die Staaten sich auf strengere Maßnahmen einigen müssen und vor allem mehr Zusagen für den Umweltschutz machen sollten. Diese müssen dann natürlich auch in die Tat umgesetzt werden! Um das zu erreichen ist es wichtig, dass wir uns weiterhin dafür einsetzen. Wir müssen dabei sein, damit die Politik einsieht, dass Klima- und Biodiversitätsschutz Hand in Hand gehen und das mehr und striktere Maßnahmen im Umweltschutz auch auf politischer Ebene nötig sind. Da es bisher noch unzureichend passiert, müssen wir die Implementierung der Konventionen in allen Staaten einfordern!

Wer nächstes Mal bei der CBD COP dabei sein möchte, kann sich Ende 2019 bei der Naturschutzjugend (NAJU) bewerben.

Janinka Lutze

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