Mittendrin in Brüssel: DBJR-Arbeitsgruppen zu Besuch in der EU-Hauptstadt

Vom 22. bis 25. Juni 2026 reisten die Arbeitsgruppen Europäische und Internationale Jugendpolitik des Deutschen Bundesjugendrings (DBJR) nach Brüssel, die inoffizielle Hauptstadt Europas. Vier Tage lang standen intensive Gespräche mit Europaabgeordneten, der EU-Kommission und zivilgesellschaftlichen Akteur*innen auf dem Programm.

Im Mittelpunkt der Reise standen die aktuelle Überarbeitung der EU-Jugendziele und der EU-Jugendstrategie, der EU-Jugenddialog sowie die Frage, wie die Programme Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps im neuen Mehrjährigen Finanzrahmen der EU finanziell ausgestattet werden. Daneben brachte die Delegation ihren Arbeitsschwerpunkt „Shrinking Spaces" und resiliente Demokratie in zahlreiche Gespräche ein. Für die Naturfreundejugend war Lukas Lindemann-Bülow, Referent für Internationale Jugendarbeit und Jugendpolitik, als Mitglied der Arbeitsgruppen mit dabei. Ziel der Reise: den politischen Austausch vertiefen und bestehende Kontakte zu europäischen Institutionen und Akteur*innen pflegen.

Austausch mit Abgeordneten des Europaparlaments

Am ersten vollen Reisetag führte der Weg ins Espace Léopold. In diesem Gebäudekomplex befinden sich der Plenarsaal des EU-Parlaments in Brüssel sowie Büros und Konferenzräume der Abgeordneten. Dort kam die Delegation mit vier Europaabgeordneten ins Gespräch:

  • Daniel Freund (MdEP, Grüne/EFA) sitzt seit 2019 für die Grünen im Parlament und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Korruptionsbekämpfung und Rechtsstaatlichkeit.
  • Birgit Sippel (MdEP, S&D) ist seit 2009 für die SPD im Parlament. Mit ihr ging es um ihre Arbeit im Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres (LIBE). Sie war unter anderem Verhandlungsführerin des Parlaments beim Thema Chatkontrolle.
  • Andrea Wechsler (MdEP, EVP) ist seit 2024 neu für die CDU im Parlament. Das Gespräch drehte sich um Demokratieförderung, den Druck auf die junge Zivilgesellschaft sowie ihre Position zum Europäischen Emissionshandel, den sie als Mitglied im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie mitgestaltet.
  • Sabine Verheyen (MdEP, EVP) sitzt seit 2009 für die CDU im Europaparlament und ist seit 2024 Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments. Auch mit ihr stand im Fokus, wie zivilgesellschaftliche Räume in Europa geschützt und demokratische Strukturen gestärkt werden können.

Besuch bei der Europäischen Kommission

Ein weiterer Höhepunkt der Reise war der Austausch mit Vertreter*innen der EU-Kommission: mit dem Büro von Roxana Mînzatu, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für Menschen, Qualifikationen & Vorsorge, mit Glenn Micallef, Kommissar für Generationengerechtigkeit, Jugend, Kultur und Sport, sowie mit Marta Markowska (Directorate-General for Education, Youth, Sport and Culture) und Jadranka Vukovic Johnsson (Senior Expert, Unit A4, Youth and Intergenerational Fairness).

Im Zentrum standen die Perspektive der Jugendverbände auf die laufende Fortschreibung der EU-Jugendstrategie und der EU-Jugendziele sowie Ideen für eine bessere Zusammenarbeit von Kommission und Parlament im Bereich Jugend, insbesondere beim EU-Jugenddialog. Besonders Glenn Micallef nahm sich kurzfristig viel Zeit für die Delegation, fragte nach der Perspektive junger Menschen auf den Umgang mit sozialen Medien und zeigte sich sichtlich betroffen von den Schilderungen zu den zunehmenden Angriffen auf die Zivilgesellschaft in Europa.

Empfang der Hessischen Landesvertretung und Austausch mit der JEF

Am letzten Abend nahm die Delegation an einer Veranstaltung der Landesvertretung Hessen in Brüssel zum Thema demokratische Resilienz in Europa teil. Diese war Teil einer zweitägigen Tagung, die Raum für Vernetzung mit Wissenschaftlerinnen und Politikerinnen bot. Am Rande ergaben sich Gespräche mit Katarina Barley, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, sowie mit Timon Gremmels, Hessischer Minister für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur.

Zum Abschluss traf die Delegation am Donnerstagmorgen Moritz Hergl, Präsident der Jungen Europäischen Föderalisten (JEF), und tauschte sich mit ihm über ein breites Spektrum jugendpolitischer Themen aus.

Vier intensive Tage, viele neue Erkenntnisse und wertvolle Kontakte: Die Brüssel-Reise hat die Arbeit der DBJR-Arbeitsgruppen auf europäischer Ebene gestärkt und wird die weitere jugendpolitische Arbeit mit und in Europa nachhaltig unterstützen.