Interview mit Modeste, Naturfreund aus Benin

Modeste Hodonou ist für Bildung und Öffentlichkeitsarbeit bei den Naturfreunden in Benin, CREDI-ONG, zuständig. Im Gespräch erklärt er uns, wer CREDI ist, welche Aktivitäten stattfinden und was ihm sein Engagement und der Verein bedeuten.

Kannst du uns erklären, wer CREDI-ONG ist?

CREDI-ONG ist eine beninische NGO, die seit 2003 existiert. Wir möchten mehr Menschen überzeugen, als Weltbürger*innen nachhaltige lokale Lösungen zu entwickeln und umzusetzen. Wir möchten eine Entwicklung fördern, die Mensch und Natur respektiert, und zwar in drei eng miteinander verbundenen Handlungsfeldern: Umweltschutz, nachhaltige Landwirtschaft und Global Citizenship Education. Unsere Aktionen richten sich an Jugendliche, Frauen, Jäger*innen, Landwirte und Fischer*innen sowie an lokale Behörden und die Regierung.

Unsere Aktivitäten sind vielfältig: Überwachung der biologischen Vielfalt, Umweltbildung und Global Citizenship Education, Erleichterung des Zugangs zu sozialer Grundversorgung durch den Bau von Infrastruktur, Stärkung von Frauen durch den Aufbau technischer Fähigkeiten, Aufwertung des natürlichen und kulturellen Erbes, Verbesserung der lokalen Governance und Lobbyarbeit.

Wie hat dein Engagement bei CREDI-ONG begonnen?

Ich unterrichte seit 2011 Bio- und Geowissenschaften und wollte meine Arbeit mit einem nationalen Freiwilligendienst verbinden. In diesem Rahmen bin ich zu CREDI-ONG gekommen, um im Bereich der Aquakultur zu arbeiten. Sehr schnell konnte ich meine Fähigkeiten auch für die Koordination eines Festivals zum Thema Essen auf nationaler Ebene einsetzen, dann für die Leitung des vom Verein gegründeten Clubs "Die Natur kennen und schützen". Seit 2016 bin ich dort als Bildungs- und Kommunikationsbeauftragter tätig. Diese Position erfüllt meine Berufung als Pädagoge und ermöglicht es mir außerdem, im innovativen Bereich der Öffentlichkeitsarbeit zu arbeiten.

Was sind die wichtigsten Projekte oder Aktionen, an denen du teilgenommen hast? Und was war deine Rolle dabei?

Ich habe an verschiedenen Projekten und Programmen in unterschiedlichen Rollen mitgewirkt. Ich war zum Beispiel Tutor im GLEN-Programm, wo ich für die Vorbereitung von Sitzungen und das Coaching von Jugendlichen zu Themen wie Konfliktmanagement, Interkulturalität, Aufenthaltsmanagement, Kommunikation und Gender zuständig war.

In unserem Umweltbildungsprogramm entwerfe und implementiere ich Bildungspläne und -instrumente für Jugendliche und Erwachsene, beteilige mich an Sensibilisierungsmaßnahmen, wie zum Beispiel an der Sammlung von Plastiktüten in Schulen und an der Wiederaufforstung.

Ganz allgemein bin ich auch für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Ich entwickle Audio- und visuelle Kommunikationsmaterialien und verwalte unsere Online-Communities. Ich beteilige mich auch an der Erstellung von Entwicklungsprojekten in den Gemeinschaften, die sich auf die Abfallwirtschaft konzentrieren.

Kannst du mir etwas über die aktuellen Projekte erzählen?

Wir haben derzeit mehrere Projekte laufen. Zum Beispiel arbeiten wir an einem Projekt zur Verbesserung der Verwaltung und der ökotouristischen Attraktivität des Sitatunga Valley Community-Naturparks. Wir entwickeln auch ein Projekt rund um die Aufwertung von Erdnussöl. Eine weitere Aktion ist natürlich unser trinationales Austauschprojekt zwischen Benin, Senegal und Deutschland.

Warum ist das Engagement für CREDI-ONG so wichtig für dich?

Es gibt drei Hauptgründe für mein Engagement bei CREDI-ONG: Erstens, CREDI ist eine Organisation, die „die Umwelt lebt und atmet “. Fokus auf Selbstorganisation und Bildung, insbesondere der Jugend, ist für mich sehr wichtig für das Überleben der Natur. Ich glaube, „eine Tat ist besser als 1.000 Worte“.

Zweitens bietet CREDI unerfahrenen jungen Menschen die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten zu vertiefen und neue zu entwickeln. Das finde ich super, weil es ihnen auch viel für ihr späteres Berufsleben bringt.

Schließlich ist es eine Organisation, die aus jungen Menschen besteht, die dynamisch und offen für Innovationen ist.

Das Interview entstand im Projekt „Partnerschaftlich. Partizipativ. Digital. Neue Methoden für Begegnungen im Kontext der Agenda 2030“. Das Projekt bringt CREDI-ONG, ASAN (die senegalesischen Naturfreunde), die Naturfreundejugend Deutschlands und die International Young Naturefriends (IYNF) zusammen, um das Bewusstsein für globale Nachhaltigkeit und die Bedeutung von internationalen Partnerschaften auf Augenhöhe zu schärfen. Das Projekt wird in drei Meilensteinen erfolgen, deren Höhepunkt eine Jugendbegegnung im April 2022 in Zinvié, Bénin ist. Während des gesamten Projekts werden gemeinsame Standards und innovative Methoden für qualitativ hochwertige Jugendaustausche entwickelt.