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Atomare Kettenreaktion ist die schrecklichste Folge der menschlichen Hybris.

Super-GAU von Fukushima muss endlich zu einer Ethik der Verantwortung führen, die der Technik Grenzen setzt.

Berlin, 12. März 2012 – Anlässlich des Jahrestages des Super-GAU von Fukushima erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller:

Vor einem Jahr kam es in Japan zu einer dramatischen Kettenreaktion aus Naturkatastrophen und technischer Hybris. Die Atomzentrale von Fukushima wurde nach dem ukrainischen Tschernobyl zum zweiten Ort des Grauens in der „zivilen“ Nutzung der Atomkraft. In einem der technologisch führenden Länder der Welt wurde die Menschheit wie Prometheus für seinen Frevel bestraft. Mit dem japanischen Super-GAU und seinen Folgen bekam sie zu spüren, was es bedeutet, wenn sie keine Rücksicht nimmt auf ihre Grenzen. Denn die atomare Kettenreaktion ist eine der schrecklichsten Folgen der Ideologie des Höher, Weiter, Schneller.

Die erste Kernspaltung fand Ende 1938 in Berlin Dahlem statt
Deutschlands Verantwortung für die Atomkraft ist eine besondere. Die erste Kernspaltung fand Ende 1938 in Berlin Dahlem statt und führte zu einem Wettlauf zwischen Deutschland, den USA, Russland und Japan um die erste Atombombe. Nach der Inbetriebnahme des ersten Reaktors im Jahr 1942 in Chicago kam es 1945 schließlich zu den Atombombenabwürfen über Hiroshima und Nagasaki.

Doch die von der Atomkraft ausgehende unmenschliche Gewalt wurde schon damals nicht als ein Warnsignal gegen diese Technik verstanden. Stattdessen wurde mit dem Programm „Atoms for Peace“ im Jahr 1953 zwischen scheinbar „friedlich“ energetischer und „gefährlich“ militärischer Nutzung der Atomenergie unterschieden.

Ethik der Verantwortung muss der Technik Grenzen setzen
Die NaturFreunde setzen sich seit den 1960er Jahren für einen Atomausstieg ein. Denn in der Atomkraft sehen sie kein Restrisiko, sondern eine Bedrohung der Menschheit und damit ein Fanal, zu einer Ethik der Verantwortung zu kommen, die der Technik Grenzen setzt.

Darum sehen wir auch mit großer Sorge, dass heute die von einer Energiewende reden, die noch vor kurzer Zeit eine Laufzeitverlängerung der Atomenergie wollten und jede kritische Position als „unverantwortlich“ deklarierten, wie beispielsweise die Bundeskanzlerin Angela Merkel oder der Bundesumweltminister Norbert Röttgen.

Schwarz-Gelb nutzt die Chancen der Energiewende nicht
Und deshalb müssen alle Vertreter der Vernunft genau hinsehen, was passiert: Die groß angekündigte Energiewende verkümmert immer mehr zu einer Luftnummer, ständig kommen neue Ausreden und Schuldige hinzu. Dafür aber werden die erreichten Möglichkeiten, etwa bei der Energieeffizienzrichtlinie oder dem Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung, nicht genutzt.

Eine beliebte Strategie der schwarz-gelben Bundesregierung ist es, die Schuld für das eigene Versagen den Vorgängern zu geben. Obwohl es die Minister Rösler (FDP) und Röttgen (CDU) sind, die beispielsweise das Erneuerbare-Energien-Gesetz im Vierteljahresrhythmus zusammenstreichen.

Eine scheinbare Ausrede sind auch die Netze: Tatsächlich haben die Betreiber bisher zu wenig in die Modernisierung investiert und stattdessen alles getan, den Ausbau von Erdkabeln zu verhindern – meist übrigens mithilfe der heutigen Regierungsparteien. Dennoch könnte das Problem durch neue Gleichstromkabel schnell für längere Zeit entschärft werden. Doch auch hier zeigt sich wieder: Bundesumweltminister Röttgen ist kein Minister, der den unbedingten Willen hat, etwas zu bewegen.
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Schlagworte: Klimaschutz