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Kreuzfahrtschiffe müssen umweltfreundlicher werden

NaturFreunde kritisieren Verbrennung von Schweröl und fordern sozialökologische Mindeststandards.

Berlin, 9. März 2012 – Die Havarie des Kreuzfahrtschiffes Costa Concordia vor der Küste Italiens und der Brand auf der Costa Allegra im Indischen Ozean haben der Öffentlichkeit die Schattenseiten des sonst so glitzernden Kreuzfahrttourismus gezeigt. „Doch die gravierenden ökologischen Auswirkungen dieser Tourismusindustrie werden kaum thematisiert“, kritisierte Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands. „Ein Kreuzfahrtschiff für rund 3.000 Passagiere produziert in etwa so viele Schadstoffe wie fünf Millionen Autos, die die gleiche Entfernung zurücklegen“, so Hiksch.

Hiksch zufolge habe der Kreuzfahrttourismus in den letzten Jahren besonders hohe Wachstumsraten erzielt. Mittlerweile würden jährlich mehr als 13 Millionen Passagiere zu immer exotischeren Zielen und auf immer gewagteren Routen befördert.

Sieben Millionen Liter Brauchwasser pro Woche
Doch „ökologisch betrachtet sind die schwimmenden Glitzerwelten riesige Dreckschleudern“, sagte Uwe Hiksch und erklärte: „Ein Kreuzfahrtschiff benötigt pro Woche durchschnittlich mehr als sieben Millionen Liter Brauchwasser und produziert circa 800.000 Liter Abwasser, 130.000 Liter ölhaltiges Wasser und 50 Tonnen Müll.“

Der Schiffsmüll sorge Hiksch zufolge für besonders hohe Umweltbelastungen. Denn obwohl es eigentlich verboten sei, verklappten immer noch viele Schiffe ihre Abfälle einfach auf See oder entsorgten sie zu Dumpingpreisen und unsachgemäß in Häfen der Karibik. Auch die Entsorgung der Abwasser erfolge nicht selten außerhalb der kontrollierten Hoheitsgewässer oder in den Hoheitsgewässern von Staaten, die ein Ablassen der ungeklärten Abwässer gegen die Zahlung von niedrigen Gebühren erlaubten.

Extrem giftige Abgase und 16-Stunden-Tage
Laut Hiksch sei aber das größte Problem das Schweröl, das viele Kreuzfahrtschiffe immer noch verbrennen würden. Dieser Treibstoff sei zwar billiger als Schiffsdiesel, enthalte dafür aber erheblich mehr Schwefel. „Dadurch stoßen viele Kreuzfahrtschiffe extrem giftige und umweltschädliche Abgase aus“, so Hiksch.

Hiksch verwies auch auf die katastrophalen Arbeitsbedingungen an Bord: „Viele Mitarbeiter kommen aus Niedriglohnländern und müssen häufig für einen Hungerlohn sieben Tage die Woche und 16 Stunden am Tag für die Reisenden zur Verfügung stehen. Während Touristen in der künstlichen Glitzerwelt ihren Pauschalurlaub genießen, werden Menschen auf dem gleichen Schiff ausgebeutet.“

Die NaturFreunde fordern sozialökologische Mindeststandards im Kreuzfahrttourismus:
> das Verbot der Verbrennung von Schweröl auf Kreuzfahrtschiffen;
> eine Förderung der ökologischen Umrüstung von Kreuzfahrtschiffen;
> international festgelegte und ökologisch verantwortbare Mindestbedingungen zur Entsorgung der Abfälle von Kreuzfahrtschiffen;
> ein Verbot der Verklappung ungereinigter Abwässer durch Kreuzfahrtschiffe und die Schaffung von Kläranlagen in den angefahrenen Häfen;
> die Sicherstellung von Kernarbeitsnormen für alle Beschäftigten auf den Kreuzfahrtschiffen mit der Sicherstellung von Höchstarbeitszeiten, freien Tagen und Landgang.

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Rückfragen bitte an
NaturFreunde Deutschlands
Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur
Uwe Hiksch
(0176) 62 01 59 02
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Schlagworte: Klimaschutz