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Naturfreunde begrüßen deutschen Beitrag für den Yasuni-Nationalpark

Schwarz-gelbe Bundesregierung muss jetzt endlich auch die sogenannte ITT-Initiative unterstützen.

Berlin, 27. Januar 2012 – Zur angekündigten Bereitstellung von 34,5 Millionen Euro für die Rettung des ecuadorianischen Yasuní-Nationalparks erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands:

Der Widerstand der letzten Monate hat sich gelohnt. Mit dem finanziellen Angebot der Bundesregierung an die ecuadorianische Regierung, 34,5 Millionen Euro für die Rettung des Yasuní-Nationalparks bereitzustellen, wurde ein wichtiger Teilerfolg für die Erhaltung dieses einmaligen Naturerbes erreicht. Die NaturFreunde Deutschlands bleiben trotzdem bei ihrer Forderung, dass die Bundesregierung auch die sogenannte ITT-Initiative der ecuadorianischen Regierung unterstützen soll. Damit wird ein umweltpolitisch einmaliger Vorschlag der Regierung von Ecuador bezeichnet, ein riesiges Ölvorkommen nicht zu explorieren, sondern stattdessen die darüber liegenden einmaligen Naturschätze des Regenwaldes zu erhalten.

Industriestaaten müssen Beitrag zum globalen Schutz von Klima und Biodiversität leisten

Hunderte von Millionen Menschen sind von den Auswirkungen des Klimawandels massiv betroffen, besonders in den armen Regionen auf der Welt. Die Länder des globalen Südens haben den Klimawandel zwar nicht selbst verursacht, müssen aber die Auswirkungen tragen. Die Industriestaaten des Nordens haben in den letzten Jahrzehnten ihren Wohlstand durch die Zerstörung der Lebensgrundlagen für Millionen von Menschen ermöglicht. Deshalb müssen jetzt endlich auch die großen Industriestaaten als die Verursacher des Klimawandels einen angemessenen Beitrag für die Erhaltung der Umwelt leisten.

846 Millionen Barrel Erdöl für rund 7,5 Milliarden Euro

Der ecuadorianische Regenwald Yasuní ist einer der artenreichsten Orte unserer Erde – zudem mit großen Ölvorkommen. Mit der sogenannten Yasuní-ITT-Initiative hatte Ecuador im Jahr 2007 einen bahnbrechenden Vorschlag vorgelegt: Statt die unter einem Teil des Nationalparks Yasuní liegenden rund 846 Millionen Barrel Erdöl im geschätzten Wert von rund 7,5 Milliarden Dollar zu fördern, sollte die internationale Gemeinschaft Ecuador die Hälfte dieses Wertes ersetzen und so einen Beitrag zum Schutz von globalem Klima und Biodiversität leisten.

Damit hat die ecuadorianische Regierung auch deutlich gemacht, dass die Erhaltung von einmaligen Naturschätzen nicht alleine die Aufgabe von armen Staaten des Südens sein kann, sondern hier gerade die reichen Industriestaaten gefordert sind. Die ecuadorianische Regierung hat weiter vorgeschlagen, dass in einem ersten Schritt 100 Millionen Dollar in einen Fonds des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) eingezahlt werden sollten.

Diese Initiative, die in der letzten Legislaturperiode von einer breiten Mehrheit des Deutschen Bundestags unterstützt worden war, wurde durch die heutige Bundesregierung aufgekündigt. Bundesminister Dirk Niebel (FDP) hatte dabei erklärt, „er wolle nicht für das Unterlassen“ bezahlen.

„Dschungel statt Öl“-Initiative schützt natürlichen Reichtum

Die NaturFreunde Deutschlands fordern den Deutschen Bundestag weiterhin auf, die ITT-Initiative zu unterstützen und erwarten auch von einer neuen Bundesregierung, dass sie an die Zusagen des 16. Bundestages anknüpfen wird. Mit der ITT-Initiative wurde von Ecuador ein Weg in die Zukunft aufgezeigt, mit der der natürliche Reichtum unserer Erde geschützt und gleichzeitig eine gute Entwicklung in einer armen Region möglich werden. Dabei hat die „Dschungel statt Öl“-Initiative einen nicht zu unterschätzenden Wert für eine zukünftig gesunde wirtschaftliche Entwicklung. Denn durch internationale Mechanismen dieser Art können globale Gemeingüter wie die Atmosphäre besser geschützt und erhalten werden.

Schlagworte: Yasuni-Nationalpark, schwarz-gelb, ITT-Initiative, Uwe Hiksch, Klimaschutz