Home | Impressum | Kontakt

Industrielle Landwirtschaft produziert Hunger und muss beendet werden

NaturFreunde Deutschlands rufen zur Teilnahme an der Demonstration „Wir haben es satt!“ aufBerlin, 19. Januar 2012 – Die NaturFreunde Deutschlands sind im Trägerkreis der Demonstration „Wir haben es satt!“ am 21. Januar 2012 in Berlin. Zur Motivation der Teilnahme der NaturFreunde an der Demonstration erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands:

Fast eine Milliarde Menschen müssen heute hungern – das ist eine der brutalen Schattenseiten unserer Weltordnung: Weil profitorientierte Großkonzerne die Herstellung von Lebensmitteln einseitig dominieren. Weil die Konzentration im Einzelhandel immer mehr landwirtschaftliche Betriebe dazu zwingt, ihre Nahrungsmittel zu diktierten Preisen abzugeben. Weil sich multinationale Saatgutkonzerne immer häufiger Pflanzensorten patentieren lassen und so immer mehr landwirtschaftliche Betriebe zum jährlichen Kauf von Saatgut zwingen. Schließlich ist eine Aussaat der Ernte aus patentrechtlich geschütztem Saatgut verboten. Die Industrieelle Landwirtschaft knechtet ganze Regionen, ihre Strukturen und ihr Profitstreben sind Gift für die Artenvielfalt, ihre Produkte immer auch Gegenstand von Lebensmittelskandalen.

Für eine bäuerliche Landwirtschaft, gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln
Die NaturFreunde Deutschlands kritisieren diese Entwicklung und rufen deshalb auf zur breiten Teilnahme an der Demonstration „Wir haben es satt!“ Wir setzen uns ein für eine bäuerliche Landwirtschaft weltweit, die durch die nachhaltige Bewirtschaftung der Flächen auch zur Erhaltung der Artenvielfalt und der Kulturlandschaften beiträgt. Wir wollen die kapitalistische Logik durchbrechen, mit der die großen Handels- und Saatgutkonzerne, aber auch Banken und Hedgefonds die Strukturen einer bäuerliche Landwirtschaft immer weiter zerstören. Verboten werden müssen die Spekulation mit Nahrungsmitteln und die Ausrichtung der Industrieellen Landwirtschaft an den Bedürfnissen einer kleinen kaufkräftigen Nachfrage in den Industriestaaten.

Waldrodungen für den Fleischbedarf der Industriestaaten
Alleine im Norden Argentiniens wurden in den letzten Jahren mehr als fünf Millionen Hektar Wald gerodet, um Soja anzubauen, das vor allem als Futtermittel für den Fleischbedarf in den Industriestaaten eingesetzt wird. Heute benötigt die Landwirtschaft der Europäischen Union zusätzlich etwa 35 Millionen Hektar globale Landwirtschaftsfläche für ihren Futtermittelimport. Diese Fläche ist doppelt so groß wie die gesamte landwirtschaftliche Nutzfläche Deutschlands.

Existenzgrundlage der Kleinbauern wird zerstört
Der massive Landverbrauch für die Fleischproduktion und auch den Biospritanbau in den Industriestaaten hat dazu geführt, dass immer mehr fruchtbares Ackerland an westliche Investoren verkauft wird. Allein zwischen 2006 und 2009 wurden rund 50 Millionen Hektar Land in Afrika, Asien und Südamerika an ausländische Großinvestoren verkauft oder auf Jahrzehnte verpachtet. Schätzungen gehen davon aus, dass derzeit zwischen zehn und 30 Prozent des global verfügbaren Ackerlandes von Großinvestoren verwaltet werden. Doch diese Investoren sind nur an Gewinnen interessiert. Die Bedürfnisse lokaler Kleinbauern, Landarbeiter und Nomaden spielen bei dieser Entwicklung keine Rolle: Ihre Existenzgrundlage wird zerstört.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern eine Beendigung dieses massiven Verkaufs von Landflächen und setzen sich für eine gerechte Verteilung der Landflächen an die Kleinbauern der Region ein. Die Außenhandelspolitik Deutschlands muss endlich so weiterentwickelt werden, dass die Armut der ländlichen Bevölkerung nicht weiter zunimmt und die bäuerliche Landwirtschaft in den Ländern des globalen Südens eine faire Chance auf Entwicklung erhält.

Demonstration „Wir haben es satt!“ am 21. Januar 2012 in Berlin
www.wir-haben-es-satt.de
NaturFreunde-Treffpunkt: 11:15 Uhr, Washingtonplatz vor dem Berliner Hauptbahnhof
----------------------------------------------------------------------------------------------------------
Kommentieren Sie diesen Standpunkt hier: www.blog.naturfreunde.de

Rückfragen bitte an
NaturFreunde Deutschlands
Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur
Uwe Hiksch
(0176) 62 01 59 02
whqwiqwkqwsqwcqwhqwØqwnqwaqwtqwuqwrqwfqwrqweqwuqwnqwdqweqw.qwdqweq
www.abschalten.naturfreunde.de
 

Schlagworte: Industrielle; Landwirtschaft; Wir haben es satt!; Uwe Hiksch;