Home | Impressum | Kontakt
Foto: Hannah Weck, Naturfreundejugend Landesverband NRW

Zero Impact Camps

„Strand, Fun und Party rund ums Mittelmeer“ – wenn man die prominent platzierten Webseiten der kommerziellen Anbieter betrachtet, scheinen dies die Hauptmerkmale von Jugendreisen zu sein. Dabei übersieht man leicht, dass jährlich mehr als 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche an Freizeiten und Reisen teilnehmen, die von Jugendverbänden, Kommunen, Kirchen und anderen gemeinnützigen Einrichtungen veranstaltet werden und die einen ganz anderen Charakter haben.

Direkt zur Projektwebseite unter www.zero-impact-camps.de

Anzeige_A5_zeroimpactcamps_web

Hier gibt es ein paar Informationen zum Projekt

Diese Reisen werden von (häufig ehrenamtlich arbeitenden) Jugendleiter*innen mit pädagogischer Ausbildung begleitet, sie berücksichtigen in besonderem Maße die persönliche Entwicklung und die Mitgestaltungsmöglichkeiten der jungen Teilnehmer*nnen. Reiseveranstalter aus dem Bereich der Jugendverbandsarbeit haben darüber hinaus aufgrund ihrer wertegebundenen Ausrichtung frühzeitig ökologische und soziale Kriterien an ihre Reisen angelegt.

Das Projekt "Zero Impact Camps" soll einen Beitrag zur Entwicklung des nachhaltigen Tourismus leisten. Dabei richtet es sich an junge Menschen, die ihre ersten Reiseerfahrungen ohne Eltern auf Kinder- und Jugendreisen machen. Das Projekt soll junge Menschen an das Themenfeld Reisen und Nachhaltigkeit heranführen und gleichzeitig mehr öffentliche Aufmerksamkeit für besonders nachhaltige Reiseangebote schaffen. Hierzu wird zunächst ein Bewertungsraster für Jugendreisen auf wissenschaftlicher Grundlage entwickelt, das jungen Menschen die Beurteilung von Reisen anhand von Kriterien der Nachhaltigkeit ermöglicht. Dieses wird anschließend für unterschiedliche Zielgruppen aufbereitet: als illustrierte Broschüre (Comic) für Jugendliche, als Flyer und Web-Anwendung für Veranstalter, die ihre Reisen bewerten und ihre Nachhaltigkeitsbilanz verbessern wollen, und nicht zuletzt in Form eines Gruppenspiels „Nachhaltige Reise“, zur spielerischen Auseinandersetzung mit dem Thema auf Jugendreisen.

Im Sommer 2015 soll mit einer Kampagne und einer Vielzahl von Aktionen auf Jugendreisen eine breite Öffentlichkeit für das Thema Nachhaltiger Tourismus sensibilisiert werden. Dazu wird ein Wettbewerb „Wir suchen die nachhaltigste Jugendreise“ ausgeschrieben. Im Rahmen der Kampagne untersuchen Teilnehmer*innen, wie nachhaltig ihre Jugendreise ist und diskutieren Verbesserungsmöglichkeiten. Videoclips und der Einsatz sozialer Netzwerke dienen der Verbreitung der Diskussionen innerhalb der Zielgruppe.

Das Projekt knüpft an bereits unternommenen Anstrengungen zur nachhaltigen Ausgestaltung von Jugendreisen und trägt zur Verbreitung guter Praxis sowie zur fortlaufender Verbesserung der Reiseangebote im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung bei. 

Ziele

  • Teilnehmende an Jugendreisen sollen ein Bewusstsein dafür erlangen, wie sich ihr Reiseverhalten ökologisch und sozial auswirkt. Sie lernen, wie sie selbst nachhaltiger reisen können.
  • Die schon sehr gute Bilanz von Jugendreisen soll durch gezielte Maßnahmen auf der Reise noch verbessert werden.
  • Nachhaltiger Tourismusregionen sollen als Reiseziele für Jugendreisen gestärkt werden.
  • Nachhaltige Jugendreisen sollen als attraktive Alternative zu anderen Reiseformaten öffentlichkeitswirksam präsentiert werden.
  • Über die Ökologisierung von Jugendreisen sollen Impulse für die weitere Ökologisierung der Jugendverbandsarbeit im Allgemeinen erfolgen.

Methoden

Der neue Ansatz des Projektes liegt in der Verknüpfung des nüchternen Begriffs der „Nachhaltigkeit“ mit dem erlebnisorientierten Ansatz des Jugendreisens. Gerade verbandliche Jugendreisen sind stark vom ökologischen Selbstverständnis der Anbieter geprägt. Die Naturfreundejugend sieht ihre Reisen als Markenzeichen und Aushängeschild. Besonders bei den meist jugendlichen Jugendleiter*innen, die die Reisen und Freizeiten von der ersten Idee bis zum Nachtreffen selbständig planen und durchführen, schwingt viel Idealismus mit. Sie wollen nicht nur, dass alle Teilnehmenden unterwegs möglichst viel Spaß haben. Sie möchten ihnen auch eine Idee von einem nachhaltigeren Leben vermitteln. Ein Leben, das weniger auf ökologischer Zerstörung und sozialer Ausbeutung beruht und in dem es weniger darauf ankommt, was man hat, sondern darauf, wie man mit seiner Person das Leben der Gemeinschaft bereichern kann.

Jugendreisen bieten die Möglichkeit, nachhaltigen Tourismus auf der Reise bewusst zu thematisieren. Dabei können Fragen wie „Warum verreisen wir überhaupt?“, „Welche Reiseziele sind für uns attraktiv und warum?“, „Wie wirkt sich unser Reiseverhalten auf die besuchten Länder und die Umwelt aus?“ oder „Wie können wir uns nachhaltige Reisen vorstellen, die für alle Menschen erschwinglich sind?“ in der Gruppe diskutiert werden.
Erste Reiseerfahrungen auf Jugendreisen können zukünftiges Reiseverhalten prägen und Interesse wecken für nachhaltiges Reisen, das intensives Naturerleben und interkulturelle Begegnung über die vermeintliche Exotik ferner Reiseziele stellt.

Jugendreisen sind darüber hinaus ein besonders geeigneter Lernort der Bildung für nachhaltige Ent¬wicklung. Das bedeutet, dass wichtige Kompetenzen, die junge Menschen für die Parti¬zi¬pation an einer nachhaltigen Entwicklung benötigen, besonders auf Rei¬sen gefördert werden. Hierzu zählen kommunikative, soziale und interkulturelle Kom¬pe¬tenzen genauso wie die Motivation zum gesellschaftlichen Engagement
 

Förderer

Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und das Umweltbundesamt (UBA).

Zeitraum

01.04.2014 bis 15.02.2016

Ansprechpartner*in

Tobias Thiele, Lina Mombauer

Webseite

www.zero-impact-camps.de

Galerie

Schlagworte: Klimaschutz, Jugendreisen