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Quelle: NFJ Bayern

Mehr Chancen für ein gesundes Aufwachsen

Die Bundesregierung hat ihren 13. Kinder- und Jugendbericht unter dem Titel "Mehr Chancen für ein gesundes Aufwachsen" veröffentlicht. Aus der Sicht eines Kinder- und Jugendverbands nimmt die Naturfreundejugend Deutschlands dazu Stellung.

Der 13. Kinder- und Jugendbericht wurde Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen am 14. Januar 2009 übergeben. Die Bundesregierung hat am 29. April 2009 den 13. Kinder- und Jugendbericht zur Kenntnis genommen und eine Stellungnahme dazu verabschiedet. Beide Dokumente sind als Bundestagsdrucksache 16/12860 vom 30.04.2009 einsehbar.

Kurz nach der Veröffentlichung des 13. Kinder- und Jugendberichts „Mehr Chancen für ein gesundes Aufwachsen“ hat die Naturfreundejugend Deutschlands Mitte Mai 2009 eine Stellungnahme zum Bericht der Sachverständigenkommission und zur Stellungnahme der Bundesregierung veröffentlicht. Er ist aus der parteilichen Sicht eines Kinder- und Jugendverbandes geschrieben, der sich im Bericht am ehesten im Bereich des „impliziten Gesundheitsförderung” verortet, dort aber – wie die Jugend(verbands)arbeit insgesamt – in seinen Leistungen und Potenzialen nur unzureichend beschrieben wird.

In seiner Stellungnahme kritisiert der Kinder- und Jugendverband u.a.: „Die Stellungnahme der Bundesregierung drückt sich an wichtigen im Bericht deutlich formulierten Fragen sozialer Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten sowie ihren Folgen für die Gesundheit von auf verschiedene Art und Weise benachteiligten Kindern und Jugendlichen vorbei.“  Im Kapitel Jugendarbeit verzichtet die Kommission leider, so heißt es in der Stellungnahme weiter, „ausdrücklich auf klare Aussagen und begründet dies mit der Vielfalt der Inhalte und Angebote der Jugendarbeit sowie mit der größtenteils ’nirgends öffentlich differenziert’ dokumentierten Praxis... Die stattdessen eher zufällig ausgewählten Beispiele – eher Projekte und Aktionen als Bestandteile der laufenden Arbeit – können die Leistungen und Potenziale der Jugendarbeit nicht annähernd abdecken, denn es gilt – wie die Kommission selbst schreibt - ’dass die tägliche Praxis vieler Jugendverbände unausgesprochen viele Momente gesundheitsbezogener Prävention und Förderung enthält, die, gerade weil sie selbstverständliche Praxis sind, entsprechend gesonderte Aktionen und Programme überflüssig machen’... Dieser für die Jugendarbeit zentrale Satz ist allerdings ein unzureichender Trostpreis für die breite und nicht dargestellte Praxis der Jugendverbände und der Jugendarbeit, deren Leistungen und Potenziale in dem vergleichsweise lapidaren Satz zusammengefasst werden. ’In den meisten Fällen handelt es sich um unspezifische Formen der altersgruppenbezogenen Prävention und der allgemeinen Gesundheitsförderung außerhalb der Schule’... Leider werden die vielfältigen erlebnispädagogischen Angebote in der Jugend(verbands)arbeit mit keinem Wort ausdrücklich erwähnt (sondern nur in Bezug auf die Arbeit mit mit gewalttätigem Verhalten auffällig gewordenen Jugendlichen auf Seite 240), bieten doch gerade sie in Bezug auf die Selbstwirksamkeit junger Menschen besonders intensive Erfahrungsmöglichkeiten. Allenfalls deutet der Bericht an, dass ’bei vielen Aktionen die Themen Bewegung, Körpererfahrung sowie das Erproben der eigenen Grenzen im Vordergrund stehen’.“

Weiter heißt es: „Für die Jugend(verbands)arbeit bietet der Bericht Anlass zur Selbstkritik. Offensichtlich ist es bisher nicht gelungen, die zahlreichen Potenziale und Leistungen der Gesundheitsförderung über die Schwelle der wissenschaftlichen Wahrnehmbarkeit zu heben. Wichtige Ansatzpunkte für die konzeptionelle Weiterentwicklung der Gesundheitsförderung in der Jugend(verbands)arbeit und für die Hebung und Beschreibung der dort bereits seit langem geübten Praxis über die wissenschaftliche und politische Wahrnehmungsschwelle finden sich im Kapitel 20.4 unter der Überschrift „Implizite Gesundheitsförderung“: „Weite Bereiche der Praxis der Kinder- und Jugendhilfe lassen sich ohne großen Aufwand als bislang nicht bewusst wahrgenommene Formen der Gesundheitsförderung bzw. – in anderen Feldern – der gesundheitsbezogenen Prävention begreifen. Dabei handelt es sich nicht nur um gleichsam implizite, nicht unmittelbar intendierte Nebenwirkungen, sondern in vielen Fällen um konstitutive, aber bislang nicht als solche thematisierte Momente dieser Praxis“ (S. 262).“

Downloads

Stellungnahme zum 13. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung (0.06 MB)

Schlagworte: Gesundheit, Kinder, Bundesregierung