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Quelle: photocase gendahar

Nachhaltigkeit gestalten

Wir wissen, dass globale Entwicklungen wie Klimawandel, Artensterben und wachsende Unterschiede zwischen Arm und Reich die Lebenschancen der jungen und zukünftigen Generationen immer weiter einschränken werden. Das gilt besonders für die Menschen in armen Ländern, aber auch bei uns werden die Folgen dieser Entwicklungen spürbar sein. Unsere einzige Alternative besteht in einem radikalen Wertewandel, der zu einem veränderten Denken und Handeln führt.

Unsere Wirtschaftsweise muss sich so verändern, dass sie auf Dauer für die Umwelt tragfähig ist. Gleichzeitig muss die Kluft zwischen Arm und Reich verringert werden. Nur eine Gesellschaft, die wirtschaftlichen Erfolg nicht über Gerechtigkeit und Umweltschutz stellt, kann auf Dauer überleben. Eine solche – nachhaltigere Gesellschaft – ist möglich. Die Naturfreundejugend Deutschlands leistet mit ihrer Arbeit in den Ortsgruppen, Landesverbänden und auf Bundesebene einen Beitrag dazu, dass sie Wirklichkeit wird.

Nachhaltigkeit gestalten bedeutet für uns:

  • Wir dürfen uns nicht als Opfer des globalen Wandels begreifen. Stattdessen müssen wir auf allen Ebenen – im Verband, in der Schule, in den Gemeinden – Strategien dafür entwerfen, wie wir unser tägliches Leben, aber auch die Gesellschaft und ihre Handlungsmaximen nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit gestalten können.
  • Wir setzen uns für Nachhaltigkeit ein – nicht nur weil wir unser Überleben sichern und unsere Umwelt schützen wollen, sondern auch weil weltweite Gerechtigkeit und Solidarität für uns Priorität haben.
  • Unser heutiger Lebensstil ist nicht nachhaltig. Wir müssen deshalb unsere Konsumgewohnheiten ändern und gemeinsam mit allen Betroffenen neue nachhaltige Konsummuster finden.
  • Um nachhaltig handeln zu können, müssen die Menschen lernen, ihr Verhalten in Hinblick auf seine weltweiten und langfristigen Konsequenzen zu bewerten. Sie müssen befähigt werden, komplexe Zusammenhänge zu begreifen und zu beurteilen. Dazu bedarf es einer „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Wir fordern deshalb, dass alle Schulen und außerschulischen Bildungseinrichtungen sie zu einem zentralen Bestandteil ihrer Arbeit machen.
  • Nachhaltige Entwicklung gelingt nur, wenn alle mitmachen. Deshalb ist es besonders wichtig, dass junge Menschen bei der Suche nach Lösungen für unsere gesellschaftlichen Probleme stärker einbezogen werden und eigene Lösungen finden können. Auch müssen Wege gefunden werden, wie sich das Leitbild der Nachhaltigkeit für verschiedene gesellschaftliche Gruppen und Subkulturen besser vermitteln lässt.
  • Der Glaube, wir könnten unsere globalen Probleme allein durch technischen Fortschritt lösen, ist eine Illusion. Vielmehr müssen wir alle unseren Lebensstil überdenken und Verschwendung und Luxus einschränken. Wenn wir uns wieder mehr auf unsere eigentlichen Bedürfnisse – wie menschliche Nähe und gesellschaftliches Engagement – konzentrieren, müssten wir diese Einschränkung nicht als Verlust erleben. Schließlich konsumieren wir häufig nur deshalb so maßlos, weil wir uns von unseren unerfüllten immateriellen Wünschen ablenken wollen.
  • Ein Bereich, in dem jeder mit Gewinn für sich selbst etwas tun kann, ist die Ernährung. Saisonale und regionale Produkte sind frischer, schmecken und müssen dazu nicht um den halben Erdball transportiert werden. Weniger Fleisch essen ist gesund und hilft den Klimawandel zu bremsen.
  • Wir fordern die Bundesregierung dazu auf, das Steuersystem so zu ändern, dass derjenige, der viel Ressourcen verbraucht, mehr Steuern bezahlen muss. Dazu müssten Einkommenssteuern (teilweise) durch Ressourcensteuern ersetzt werden, was auch die Kosten für den Faktor Arbeit senken würde.
  • Wir fordern die Bundesregierung auf, sich verstärkt um eine globale Nachhaltigkeitsstrategie zu bemühen, die besonders die Anforderungen der Schwellenländer berücksichtigt. Um den Entwicklungsstand eines Landes bewerten zu können, müssen ökologische Kennziffern wesentlich stärker berücksichtigt werden. So kann ein Land, dass für die Aufrechterhaltung seiner Wirtschaftsweise Ressourcen verschwendet, nicht als entwickelt angesehen werden, auch wenn es ein hohes Bruttoinlandprodukt hat. Die derzeitigen entwicklungspolitischen Ansätze müssen um Aspekte der Ressourcenschonung und der Umweltbildung ergänzt werden.

Projekte:

Nachhaltig unterwegs mit Bus und Bahn

Downloads

PR für den Klimaschutz: Zwischen Ökosprech und Verbraucherorientierung (7.87 MB)Beschlüsse 2007 (0.17 MB)

Weiterführende Links

www.mainmove.de

Schlagworte: Umwelt, Nachhaltigkeit, Wirtschaft