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Freiräume in Berlin und Prag

Wunderbare, unglaublich inspirierende zehn Tage liegen hinter mir. Angefangen mit echten Geschichten über die Hausbesetzerszene in den 1980ern und beendet mit einem gemeinsamen Abend in einem aktuell besetzten Haus, einem Aufschrei der alternativen Szene, in Prags aufsteigendem Viertel Žižkov. Dieses Abenteuer bestreite ich aber nicht alleine. Die Gruppe reist aus ganz Deutschland und Tschechien an, brennt vor Neugierde und im Gepäck haben wir unterschiedlichste Beweggründe.

Abwechslungsreich, wie die Individuen dieser Gruppe, ist auch das Programm in Berlin und Prag. Mein persönlicher Lieblingstag des ersten Teils in Berlin, ist der Sonntag:

Die Bike-Rallye steht auf dem Programm. Vormittags leihen wir uns Räder aus und begeben uns an Orte, wo Bewohner der Stadt Freiräume (mittlerweile) legal besetzen, die sie für sich und die Menschen in der Stadt nutzen. Sieben Stationen stehen auf dem Programm, eine inspirierender als die Nächste. Das Wetter spricht für uns – es ist sonnig und so sehr nach Frühling hat sich das Jahr noch nicht angefühlt. Wir flitzen durch die Straßen Berlins, klappern schnell viele der Stationen ab.

karte

Darunter z.B. das Teepeeland, das Yaam und auch der Holzmarkt. Die ersten fünf Stationen waren schnell hinter uns. Station 6: Die Adresse zeigt uns einen Ort im Süden Berlins, es heißt „Klunkerkranich“. Was genau das ist, wissen wir nicht. Hast du schon mal den Klunkerkranich besucht? Über den Dächern, im Süden Berlins, macht sich dieser pompöse Vogel breit und nimmt das oberste Deck eines Parkhauses ein. Es herrscht ausgelassene Stimmung. Getränke und Essen werden an die Menschen verteilt. Ein bisschen grün ist es auch schon wieder dort oben. Sommerliche Klänge strömen aus den Musikboxen. Die Sonne scheint immer noch. Bei der Aussicht über Berlin gönnen wir uns natürlich eine Pause im Sonnenschein. Es fühlt sich an wie Sommer und Kuchen haben wir auch noch dabei.

paul

Die Zeit haben wir schon längst auf dem Weg dorthin vergessen. Aufgewacht aus der Träumerei über den Dächern Berlins, finden wir die Zeit wieder und bemerken, dass keine mehr für die letzte Station da ist. Wir müssen uns bald mit dem Rest der Gruppe treffen. Wir machen uns auf den Weg ins Aquarium des Südblocks und schauen den Film „Du musst dein Ändern leben“, der die Entstehungsgeschichte des Klunkerkranichs zeigt. Ein entspannter Abschluss für einen aufregenden Tag. Eine vegane Currywurst mit Pommes im Bistro nebenan rundet den Tag für mich perfekt ab.
Berlin war wundervoll, aber alleine schon die Zugfahrt, samt atemberaubendem Panorama, entlang der Elbe lässt die letzten Tage schnell in den Hintergrund rücken. Mein Lieblingstag des zweiten Teils in Prag, ist der Mittwoch:

Das Wetter fühlt sich angenehm an. Die Sonne scheint selten, aber immer wieder. Wir fahren im schnellen Bus auf unebenen Straßen nur wenige Kilometer zu einem Naturschutzgebiet. Dort angekommen befinden wir uns noch im Stadtgebiet von Prag. Wir finden uns erst einmal in einem Tal wieder. Umgeben von Bergen, gehen wir den Weg entlang den uns der Wald vorgibt. Wir finden mit Graffiti verzierte Ruinen und unberührte Steinformationen.

foto- Ich, als verantwortliche

Kamera-Person, freute mich

ungemein über dieses

Geschenk an Fotogenität

von Seiten der Natur,

sowie von Seiten

der Menschen,

die mich bei diesem

Abenteuer

begleitet haben.

Der Weg führt uns durch einen Tunnel am Rand des Berges, entlang Spielplätzen mitten in der Schlucht, an denen wir unser inneres Kind rauslassen konnten und etwas Aktiv-Pause eingeräumt haben.

höhle

Nichtsahnend gehen wir den nächsten Hügel hoch. Oben angekommen werden wir begrüßt von den Hochhäusern der Stadt. Wir genießen die Sicht, führen kurz unterbrochene Unterhaltungen weiter fort.

klippe

- Ich mache währenddessen Fotos von den anderen und träume von einem Picknick genau an diesem Ort. - Gegessen haben wir aber gerade erst. Voller Faszination ziehen wir leider ohne Picknick weiter und setzen uns in eine kleine „Tuckerbahn“ zurück zum Hauptbahnhof. Genauso wie meinen Lieblingstag in Berlin schließen wir auch diesen Lieblingstag mit einem Film ab. Wir schauen „Urbanized“ im familiären ROH, einer Kollektiv-Bar, in der sich unser Partner, die Mladí zelení, wie zu Hause fühlen.

ende

Am Sonntag, den 18. März, endet unsere gemeinsame Reise am Hauptbahnhof in Prag. Deutsche Teilnehmer*innen verabschieden sich von den tschechischen und wir machen uns auf den Weg zurück nach Hause.

Galerie

Schlagworte: Internationales, Reisen_und_Sport, Städtetouren