
Erneut rechter Brandanschlag in Berlin-Neukölln
Vor einer Woche verübten Neo-Nazis erneut einen Brandanschlag auf das "Anton-Schmaus-Haus". Dies geschah in den frühen Morgenstunden des 9. November 2011, dem Jahrestag der Reichsprogromnacht. Das Haus der „Sozialistischen Jugend Deutschlands – die Falken“ wurde bereits mehrfach mit rechten Parolen beschmiert und in der Nacht vom 26. auf den 27. Juli 2011 vermutlich von rechten TäterInnen angezündet. In der gleichen Nacht wurden weitere linke Projekte durch Brandsätze angegriffen. Das Haus der Falken traf es damals besonders heftig. Die Fassade brannte fast vollständig aus. Die Räume wurden durch den Brandanschlag stark zerstört, was ihre Nutzung seit dem Anschlag im Sommer unmöglich machte.
Nun da die Renovierungsarbeiten fast fertig waren - die Wiedereröffnung des Hauses sollte am 4. Dezember statt finden, trifft der erneute Anschlag hart. Der Schaden durch den jetzigen Anschlag ist noch nicht abzusehen. Wieder hat eine Fassade gebrannt und dieses Mal wurden zusätzlich auch Fenster eingeschlagen.
„Wir sind entsetzt über die Brutalität und Rücksichtslosigkeit der Rechtsextremisten und über die offensichtliche Hilflosigkeit der Politik. Um demokratische Kinder- und Jugendarbeit zu verhindern, scheuen die Verbrecher nicht davor zurück, Menschenleben zu riskieren, im Gegenteil: Sie nehmen Verletzung und Tod bewusst in Kauf.“ So Karsten Thiemann, Vorsitzender der SJD-Die Falken Neukölln.
Die NATURFREUNDEJUNGEND BERLIN verurteilt den erneuten Brandanschlag scharf und erklärt sich solidarisch mit dem Neuköllner Ortsverband der Falken. Es ist nicht hinnehmbar, dass Neo-Nazis durch gezielte Anschläge ihre politischen Gegner_innen einschüchtern wollen. Glücklicher Weise kam durch den erneuten Brandanschlag auf das "Anton-Schmaus-Haus" niemand zu Schaden. Dennoch ist es Teil der Ideologie von Rechtsradikalen, Menschen, die nicht in ihr Weltbild passen, zu jagen, zu verletzen oder gar zu ermorden.
Allein die rassistischen und menschenverachtenden Morde von Neo-Nazis in den 1990ern haben auf traurige Weise gezeigt, dass sie nicht davor zurück schrecken, Menschen zu verletzen oder zu töten. Auch die Enthüllungen vom Wochenende über die rassistische Mordserie des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) machen dies in erschütternder Weise deutlich.
Wir schließen uns daher der Forderung der Falken an und erwarten von staatlicher Seite die entschiedene Unterstützung von Projekten, die sich gegen Neo-Nazis, Rassismus und Antisemitismus engagieren. Darüber hinaus fordern wie die Abschaffung der so genannten "Extremismusklausel", die die Arbeit von linken Projekten kriminalisiert, statt sie im Kampf gegen rechts zu bestärken.
Schlagworte: Rechte Gewalt
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