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Philipp - Ausgrenzung

Vor weit mehr als zehn Jahren wurde ich an der Schule von manchen Personen ausgegrenzt. Woran das lag kann ich bis heute nicht mit Sicherheit sagen. Das hat mich damals verletzt, aber als sich eines Tages die Gelegenheit auftat, habe ich selbst jemanden mit Absicht verletzt. Diese Person war nicht Teil der Gruppe die mich ausgegrenzt hatte.

Matthias - Rassismus vor meiner Haustür

Der Rassismus vor meiner Haustür ist Alltag geworden – und das Vorbeilaufen, wegrationalisieren, Wut unterdrücken ebenso. Vor meiner Haustür ist ein kleiner Drogenumschlagplatz. Ich wohne seit vier Jahren hier und kann mich nicht dran erinnern, dass es jemals anders gewesen sein sollte.

Lukas - Asozial

Es war in der dritten oder vierten Klasse. Ich war also ungefähr 10 Jahre alt. Ich hatte eine Mitschülerin mit dem Namen Katja. Heute würde ich sagen, sie kam aus einer sozial schwachen Familie. Damals fiel das Wort asozial.

Jan - Diskriminierung und Musik

Ob ich schon mal diskriminiert habe? Sicherlich. Manchmal bewusst, manchmal unbewusst. In meiner Pubertät wurde ich stark durch die deutschsprachige HipHop-Szene geprägt. Alles was irgendwie nicht cool war, war damals für mich "schwul". Und Leute, die ich nicht besonders mochte, habe ich als Schwuchtel, Mongo oder Spast betitelt.

Helena - Mobbing

Warum mobben bestimmte Menschen andere Menschen? Warum sticheln sich Leute gegenseitig an, wenn es darum geht, andere nieder zu machen? Warum schließt sich eine Gruppe gegen ein einzelnes Opfer zusammen? Und warum zum Teufel habe ich das früher auch gemacht?

Frauke - Sätze mit „aber“

Es war zu einer Zeit, als ich mich tatsächlich viel mit Nazi-Deutschland beschäftigt habe. Kurz zuvor hatte ich die Ausstellung „Topografie des Terrors“ in Berlin besucht und an einer sehr guten Führung zum Thema Widerstand teilgenommen. An Genaueres erinnere ich mich leider nicht mehr. Nur noch daran, dass ich dort die Fakten hörte, mit denen ich dann in einem sozialen Medium argumentierte.

Grit - Rhythmus im Blut?

Es ist jetzt schon einige Jahre her, da war ich mit Jane aus Kenia eng befreundet. Sie flüchtete in den 90iger Jahren mit ihrem damals 5 jährigen Sohn nach Deutschland, weil ihr Mann - Angehöriger einer Oppositionspartei – ermordet worden war.

Sina - Lookism

Ich war ungefähr 11 Jahre alt, lebte am äußeren Rand einer Großstadt und ging dort zur Schule. Es gab in meiner Klasse einen Jungen namens Patrick. Patrick war in meinem Alter. Er war zu diesem Zeitpunkt übergewichtig, trug eine Brille und hatte Probleme mit dem Gehen.

Alexandra - Zivilcourage

Mein Vater war Jahrgang 1923. Obwohl intellektuell und querdenkend, war er ein begeisterter Junge in der Hitlerjugend. Gemeinschaft, Zusammenhalt, Abenteuer, mittendrin. Aus dem Krieg und der Gefangenschaft kehrte er geläutert zurück. Von da an wurden Antifaschismus, Offenheit und Zivilcourage Leitlinien für sein Leben. Somit auch in meiner Sozialisation, als Forderung und Auftrag an mich.

Nils - von Anerkennung und Abneigung

Ich war vielleicht sechs oder sieben Jahre alt. Ich war eher ein ruhiges Kind, kein großer Zampano. Man sagte mir nach, ich sei klug. Ich kann mich gut an die Zeit erinnern. An Gefühle von Freundschaft, Schuld, Trauer und schlechtem Gewissen.

Aila - Der schmale Grat

Ein ganz normaler Morgen, ich sitze im Regionalzug in Richtung Uni. Fahrkartenkontrolle. Noch ist der Zangenmann unten unterwegs. Ich krame aber schon mal meinen Geldbeutel hervor. Und dann warte ich. Irgendwann gucke ich über meinen Buchrand und sehe warum es so lange dauert...

Kampagne Viel.Entfalten

Der Fachbeirat Demokratie und Mitbestimmung hat die Kampagne Viel.Entfalten gestartet. Junge Menschen erzählen darin über ihre eigenen Erfahrungen mit Diskriminierung, Vorurteilen und Ausgrenzung. Allerdings nicht aus der betroffenen Perspektive. Stattdessen erzählen sie, wie sie selbst diskriminiert haben, vorurteilsvoll gehandelt oder gedacht haben. Dabei bleiben sie nicht anonym, sondern zeigen ihr Gesicht.